Live Cd
…nämlich auf der L i v e – C D „Eurofolkfestival Ingelheim”: » Das war die Zeit Anfang der Siebziger, als die Folklorefestivals in Deutschland aus dem Boden schossen.
Tom Kannmacher hat sie alle bereist, und bei seinem Ingelheimer Auftritt 1974 spottete er:
„Wacka Wacka Boing Boing”.
Ziel des Spotts war die Fraktion der Rockbands, die mit immer teurerer Technik der Musikindustrie die Taschen füllt.
„Für 10.000 Watt und 20.000 Mark ist die Anlage immer noch das Beste daran doch sie ist den Musikanten noch immer zu leise – bald schaffen sie sich noch ´ne größere an”
Sodann ist vom legendären Regenfestival 1978 zu berichten.
Ein paar tausend Leute zelteten im knöcheltiefen Schlamm oder feierten vor der Hauptbühne völlig durchnäßt mit den Bands Wild Geese und Avel Nevez eine mehrstündige Version von „Matty Grove”.
Gerade von dem Fest 1978 sind uns viele Besucher bis heute vor Augen. Der zum Beispiel, der oben an der Treppe zum Sportplatz stand, duchnäßt, mittellos, glänzend aufgelegt, der Gitarre spielte und sang „Oh Susanna, das war mal wieder was…”, oder der, der nach vier Tagen Dauerregen nur noch einen Kartoffelsack anhatte, wie Jesus über den Platz schritt mit zwei Jüngern im Gefolge. Wo kamen sie her, wohin sind sie nach dem Festival gegangen?
Das soll nun nicht heißen, dass Ingelheim in den Folgejahren und bis heute nicht immer wieder Originale zuhauf angezogen hätte, die das Festival veredelten. Nehmen wir doch Tom Brille, der als Besucher kam, durch die Zahnlücke „La Paloma” pfeifen konnte und auf der Bühne 1981 den „Blubber” zum Besten gab.
Pfingsten 1981 waren 11.000 Leute da; im ganzen Ort war viel los.
Die Stadt Ingelheim kriegte kalte Füße und verbot das Festival kurzerhand. Die Geburtsstunde des illegalen Festivals schlug; bis 1986 organisierte sich das Ganze unter dem Motto „folk und frei” mehr oder weniger selbst. Bei alledem sei nicht vergessen, dass es ohne die Mithilfe vieler Gruppen nicht gegangen wäre. Ray Austin zum Beispiel spielte seinen Festival-Klassiker Long Hard Road in jenen Jahren ohne Gage.
Der weite Weg führte 1986 erstmal ziemlich weit runter.
Aus irgendwelchen Gründen war die Dosenbierfraktion in jenen Jahren immer stärker geworden. Ruhige Bands hatten ihre liebe Mühe, mit dem desinteressierten Publikum zurechtzukommen. Das Stück „Palzwoi – als in mich ´noi” (Übers.: Pfalzwein – immer in mich hinein) von der Pfalzgang hörte und hört sich gut an. Wenn aber der Pfalzwein überhand nimmt, macht es auch keinen rechten Spaß mehr.
Es mußte mal wieder was passieren.
Wir haben zwei Dinge geändert. Zum einen durfte fortan kein Alkohol mehr auf dem Gelände verkauft werden. Auf einige Gäste wirkte das sofort – sie kamen nicht mehr. Zum zweiten haben wir die Sackgasse „Pfingsten” links liegen lassen und einen anderen, wechselnden Termin gewählt. Damit entkrampfte sich auch das Verhältnis zur Stadtverwaltung.
Wo geht die Reise hin?
-Schwer zu sagen.-
Die Grenzen zwischen akustischer und elektrisch verstärkter Musik sind längst nicht mehr so deutlich wie 1974. Außerdem ist es nicht ganz einfach, unter den vielen Angeboten von sogenannter World Music richtige Folkbands zu finden. Finnegan´s Wake mit „Finnegan´s Wake” aus Irland (1999, 2001) waren in der Hinsicht ein Glücksgriff. «
Der Preis pro Doppel-CD beträgt schlappe 10,- Euro.
Ihr könnt die CD über das Kontaktformular bestellen
und natürlich auch beim Festival kaufen.
Bestellung per Post ist ebenfalls möglich:
Eurofolk Festival Ingelheim
Badweg 6
55218 Ingelheim




